28. April 2017

Die CRIMINALE in Graz

Bisher war sie ausschließlich in verschiedenen deutschen Städten zu Gast, aber jetzt kommt sie das erste Mal nach Graz! Die Rede ist von der CRIMINALE. Laut Webseite ist sie "der Krimitreff des Jahres für Autoren, FachbesucherInnen aus Verlagen und Buchhandlungen, AgentInnen, Kritikern, BloggerInnen und natürlich das interessierte Krimipublikum."

Bekannt ist die CRIMINALE auch dafür, dass hier alljährlich der sogenannte "Glauser Preis" verliehen wird, einer der bekannteren Krimipreise für Autoren.

© SYNDIKAT e.V.

Was die Veranstaltung im Vergleich zum Krimifestival außerdem interessant macht, ist die Tatsache, dass die teilnehmenden Autoren hier nicht ausschließlich aus Österreich stammen, sondern auch aus Deutschland und Österreich kommen. Auf der Webseite gibt es eine recht lange Liste, wer in der einen oder anderen Form teilnehmen bzw. lesen wird. Mit dabei sind unter anderen Bernhard Aichner, Friedrich Ani, Nina George, Andreas Gruber, Astrid Ule und Eric T. Hansen (die unter dem Namen Ule Hansen schreiben), Ursula Poznanski, Claudia Rossbacher und Leon Sachs.

Das Programm ist hier online zu finden. Vorträge und Diskussionen sind genauso dabei wie Lesungen, kriminelle Stadtführungen und besondere Schmankerln wie "Die lange Nacht des Krimis". Und das Beste dabei: Die meisten Veranstaltungen sind frei, es gibt also keinen Grund, sich zu drücken, wenn man vor Ort ist ;).

25. April 2017

Tobi fragt: Was liest du?


Tobi von lesestunden.de fragt mal wieder :). Wer seine Fragebögen kennt, weiß, dass die meist recht umfangreich sind, es macht aber auch gleichzeitig Spaß, die gelesenen Bücher zum Beantworten zu überdenken. Wobei ich fairerweise gleich zu Beginn eingestehen muss, dass ich nicht überall eine Antwort geben konnte ...

Ok, es geht ganz einfach los. Was ist dein absolutes Lieblingsbuch?

Ja, ja, da sind wir gleich am Anfang ganz besonders witzig, gelle? Was heißt hier "einfach"? Aber gut, wenn ich es daran messen kann, welches Buch mittlerweile am längsten in meinem kleinen Regal steht, dann ist es ein mittlerweile recht vergilbter Sammelband mit allen Sherlock Holmes-Geschichten :).

Okay: Welche fünf Bücher sind deine absoluten Lieblingsbücher?

Schon ein bisschen einfacher, aber nicht viel ... Wobei ich wahrscheinlich auch eine Liste mit zehn Titeln hier füllen könnte :D.

  • "Der Funke des Chronos" von Thomas Finn
  • "Der Patient" von John Katzenbach
  • "iBoy" von Kevin Brooks
  • "Erebos" von Ursula Poznanski
  • "Die Nachtigall" von Kristin Hannah

Welche Neuerscheinungen erwartest du sehnsüchtigst?

Nachdem ich die Neuerscheinungen meist nur am Rande verfolge, bin ich fast ein bisschen erstaunt, dass ich hier überhaupt Titel nennen kann :D.

  • "Todesreigen" von Andreas Gruber (August)
  • "Aquila" von Ursula Poznanski (August)
  • "Origin" von Dan Brown (September)

Welche fünf Bücher sind schon am längsten auf deinem Stapel ungelesener Bücher?

So richtig extrem lang liegen bei mir meine ungelesenen Bücher eigentlich gar nicht herum, Gott sei Dank. Ich habe allerdings auch keinen besonders großen SuB, daher ... Aber gut, schauen wir mal, was Goodreads dazu sagt, sortiert aufsteigend nach Alter:

  • "Toter geht's nicht" von Dietrich Faber
  • "Empire of Storms" von Sarah J. Maas
  • "Das Gold des Meeres" von Daniel Wolf
  • "Dark Heroine" von Abigail Gibbs
  • "Passagier 23" von Sebastian Fitzek

Welche fünf Bücher von deinem Stapel ungelesener Bücher wirst du als nächstes lesen?

Das ist schon ein bisschen einfacher, weil ich bereits angefangen habe, meine Leseliste für den Mai zu planen (wobei "planen" relativ ist, ich weiß gar nicht, wie oft ich diese Pläne schon über den Haufen geworfen habe):

  • "Rache und Rosenblüte" von Renee Ahdieh
  • "Toter geht's nicht" von Dietrich Faber
  • "Der schwarze Thron I - Die Schwestern" von Kendare Blake
  • "Dark Heroine" von Abigail Gibbs
  • "Schatten" von Ursula Poznanski

Welches Buch hat die schönste und bewegendste Liebesgeschichte?

"Vom Winde verweht" von Margaret Mitchell. Das Buch ist ja mittlerweile fast schon ein Klassiker, oder? Wobei ich "Die Dornenvögel" von Colleen McCullough auch mal sehr gemocht habe ...

21. April 2017

Coververgleich "Dark Heroine"

Heute möchte ich euch beim Coververgleich ein Buch vorstellen, das schon ein bisschen älter ist, aber viele reizvolle unterschiedliche Cover im Lauf der Zeit bekommen hat.

"Dark Heroine" von Abigail Gibbs erschien im englischsprachigen Raum bereits 2012, die Taschenbuch-Ausgabe von Piper ist 2016 herausgekommen, die ich zuhause stehen habe.

Klappentext:
Diese Nacht verändert Violets Leben für immer: Mitten auf dem Trafalgar Square in London geschieht ein furchtbarer Mord, und die 18-Jährige ist die einzige Augenzeugin. Erfolglos versucht sie, vor den Tätern zu fliehen - und wird in ein abgelegenes Herrenhaus verschleppt, das von nun an ihr Gefängnis ist. Doch Violets Kidnapper sind keine Menschen, sondern Vampire, faszinierend und todbringend zugleich. Der charismatische Kaspar hat besondere Pläne mit Violet, denn sie ist Teil einer gefährlichen Prophezeiung. Wird sie sich Kaspar hingeben, um zur sagenumwobenen dunklen Heldin zu werden – oder hat er Violets Mut unterschätzt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen?

Gewöhnlich lese ich eigentlich kaum noch Vampirgeschichten, einfach weil das Genre mittlerweile schon ziemlich ausgelutscht ist. Aber verschiedene begeisterte Rezensionen haben dafür gesorgt, dass das Buch erst auf meine Wunschliste gefunden hat und dank eines Wichtelpakets dann auch auf meinen SuB gekommen ist.

(Deutsch #1) (Englisch #1)

Ich gebe zu, dass ich dieses Buch dieses Mal hauptsächlich deswegen ausgesucht habe, weil es so viele verschiedene Cover gab. Ich hatte auch noch andere Bücher in der engeren Auswahl, aber ich finde es spannend, wie viele verschiedene Motive hier entstanden sind.

Das deutsche aktuelle Cover ist ja wieder etwas mehr Richtung Romantik ausgelegt, wenn auch die dunkelgrauen Ranken der Rose etwas Dunkles und Geheimnisvolles mitgeben. Das englische Cover dagegen kommt sehr schlicht, dank der verschnörkelten Buchstaben und der Rose aber auch etwas verspielt daher.

(Deutsch #2)(Englisch #2)(Kroatisch)

Die ältere deutsche Ausgabe hat sich an der englischen Version orientiert, wenn auch mehr Farbe hinzugekommen ist und die schwarze Rose einen neuen Platz gefunden hat. Das zweite englische Cover hat rot-schwarzes Motiv bekommen, die schwarze Silhouette im Hintergrund dürfte wohl Violet verkörpern. Die kroatische Ausgabe hingegen erinnert mich ein kleines bisschen an die dunklen Cover der Biss-Reihe, wenn auch das Mädchen hier eine Rose in der Hand hält.

(Ungarisch)(Estnisch)(Spanisch)

Das ungarische Cover hat eine gewisse Ähnlichkeit mit den Covern der Sookie-Stackhouse-Reihe von Charlaine Harris, finde ich. Das estnische Cover dagegen erinnert mich eher an einen Horror-Film, während ich das spanische komplett nichtssagend finde. Das könnte von der Geschichte her alles und nichts sein ...

(Dänisch)(Polnisch)(Russisch)

Das dänische Cover ist dasselbe wie das griechische, das Buch ist tatsächlich in mehr Sprachen übersetzt worden, als ich dieses Mal rausgesucht habe. Ich finde es aber auch nicht besonders gelungen. Das polnische Motiv erinnert mich an die Buchvorlage zu "Vampire Diaries" von Lisa J. Smith. Auch das russische ein wenig, da vor allem der Junge ein ganz klein bisschen Ähnlichkeit mit den Salvatore-Brüdern aus der Serie hat ...

Wenn ich die Cover werten sollte, gewinnt dieses Mal knapp das englische Schwarz-Weiß-Motiv vor dem deutschen Motiv mit der Rose. Am schlechtesten finde ich das spanische und das estnische.

Wie sieht's bei euch aus? Was gefällt euch am besten? Was am schlechtesten?

18. April 2017

Rezension Daniel Cole - Ragdoll

Das Cover ist ein echter Hingucker, kann man nicht anders sagen. Daher verwundert es nicht, dass ich sicher schon vor einem Monat oder länger das erste Mal auf das Buch aufmerksam wurde ... Anfangs war ich aber noch unsicher, ob ich es wirklich lesen sollte. Bis ich die erste begeisterte Rezension von Janna auf KeJas-Blogbuch dazu entdeckte und mir dachte, okay, das Buch bekommt eine Chance :).

Zum Inhalt:


William Oliver Layton-Fawkes, kurz Wolf, arbeitet bei der Polizei in London. Nach seiner Suspendierung wegen eines früheren Falls kehrt der umstrittene Detective nach einer längeren Pause in den aktiven Dienst zurück. Aber der Neustart wird von einer grausigen Entdeckung überschattet: Eine "Ragdoll" wird gefunden, eine Leiche, die aus sechs verschiedenen Leichenteilen zusammen genäht ist. Und der Killer ist noch nicht fertig, eine Liste mit weiteren Personen taucht auf, die sterben sollen. Der letzte Name darauf: Wolf selbst ...

Meine Meinung:


Ich gebe zu, ich war zu Beginn ein kleines bisschen skeptisch, was mich hier erwarten würde. Nicht jeder Thriller ist nach meinem Geschmack - vor allem stehe ich nicht auf die extrem blutigen Exemplare. Wer hier ähnlich wie ich gestrickt ist, den kann ich aber beruhigen. Ich wage sogar zu behaupten, dass sich der Roman außer bei den Schilderungen der Morde bzw. der Tötungsarten eher bei einem Krimi als bei einem Thriller bewegt.

Denn nach dem Auffinden der Ragdoll geht es erst einmal darum, die Ermittlungen aufzunehmen und weitere Details herauszufinden. Der Autor legt hier von Anfang an die Latte ziemlich hoch, zieht das Tempo ziemlich an. Gerade in den ersten Kapiteln überschlagen sich die Ereignisse erst einmal, ehe der Autor einen (kleinen) Gang zurückschaltet. Was die Spannung angeht, kann man sich meiner Meinung nach als Krimi- und Thriller-Fan nicht beklagen.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig, die 480 Seiten haben sich daher innerhalb kürzester Zeit gut lesen lassen. Ein klein wenig ungewöhnlich ist der Humor, die der Autor einfließen hat lassen. Ich musste zwar nicht sehr häufig laut lachen, aber zumindest mehrere Male schmunzeln. Aber warum auch nicht? Es muss ja in Verbindung mit den Ermittlern nicht immer bierernst, gefährlich und geheimnisvoll zugehen.

Kommen wir zu den Dingen, die mich in diesem Buch weniger angesprochen haben. Ganz oben auf dieser Liste befindet sich die Charakterisierung der einzelnen Figuren. Ich habe ja persönlich nichts gegen Stereotypen, weil sie mir vor allem am Anfang dabei helfen, eine Figur einzuordnen, aber hier übertreibt es der Autor für meinen Geschmack etwas.

Der ewig schlecht gelaunte Cop, der Einzelgänger, der sich an keine Regeln hält, der Neue im Team, der sich erst bewähren muss und der ewig herumschreiende Chef - das hatten wir in der einen oder anderen Form schon einmal. Schön wäre hier gewesen, wenn der Autor den Figuren eine gewisse Entwicklung mitgegeben hätte. So nervten mich gegen Ende bestimmte Wiederholungen bei der Beschreibung nur noch ...

An verschiedenen Stellen der Handlungen konnte ich auch nicht anders, als innezuhalten und zu hinterfragen, warum bestimmte Dinge so geschahen, wie sie geschahen. Ohne zu spoilern hier ins Detail zu gehen, fällt etwas schwer, aber manche Entwicklungen habe ich einfach nicht verstanden. Ein Teil von mir hätte hier permanent Lust gehabt, Wolf und seinem Team zuzurufen "Macht das doch anders, um dem Killer ein Schnippchen zu schlagen".

Darüber hinaus habe ich den Fehler gemacht, das Lesetempo im letzten Drittel zu sehr anzuziehen. Nach einer abschließenden Diskussion auf Twitter stellte ich nämlich fest, dass ich bestimmte Details, die für die Auflösung wichtig waren, beim ersten Lesen zwar bemerkt, aber nicht richtig wahrgenommen hatte. Erst beim zweiten Lesen konnte ich verschiedene Puzzle-Teile zuordnen, die den Schluss im Nachhinein etwas runder erscheinen ließen. Geblieben ist aber mein Gefühl, dass das Finale für meinen Geschmack etwas zu überhastet stattfand.

Trotz dieser Kritikpunkte hat mir dieser erste Roman aus einer bereits angekündigten Reihe durchaus gefallen. Das Ende macht auf jeden Fall neugierig, wie es weitergehen wird. Und ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass der Autor in den Folgebänden die Schwächen dieses ersten Bandes ausmerzen wird.

Mein Fazit:


"Ragdoll" ist das Debüt des britischen Autors Daniel Cole, das durchaus rasant und spannend geschrieben ist, an manchen Stellen in meinen Augen aber noch Schwächen bei den Figuren und dem Handlungsaufbau aufweist. Das Ende macht allerdings neugierig auf die geplanten Nachfolge-Bände.

  • ★★★★★
  • Klappenbroschur
  • 480 Seiten
  • Ullstein
  • 978-3548289199

15. April 2017

SuBventur / 15.04.2017

Wie die Zeit vergeht. Jetzt ist bereits der erste Monat um, seit ich mit der SuBventur auf meinem Blog angefangen habe. Warum es dabei geht, könnt ihr bei Janna und Kerstin auf KeJas-BlogBuch nachlesen.


Mitte März habe ich bei mir erstmals eine Liste gepostet, wie viele Bücher sich seit letztem Jahr bei mir wieder angesammelt haben. Wenn man nicht aufpasst, geht das ja wirklich ruckzuck. Und ich war mir nicht sicher, ob ich mein erstes Zwischenziel wirklich erreichen würde, da in letzter Zeit dank Leseparty, Wichtelpaket und einiger angeforderter Rezensionsexemplar meine Pläne etwas ins Wanken gerieten ...

Um ein wenig uptodate zu bleiben, habe ich mir aber die Mühe gemacht, die Titel in eine Spreadsheets-Liste einzupflegen und dort Neuzugänge und Abgänge aufzuzeichnen. Einerseits als Hilfe für mich selbst, um in Zukunft den Überblick über die Ungelesenen nicht wieder zu verlieren, andererseits als Unterstützung für die monatliche SuBventur :).

SuBventur Stand 15.04.2017

Insgesamt: 51 (5 weniger seit dem Vormonat)



SuH / Stapel ungehörter Hörbücher

1. bis 16. George R.R. Martin - Das Lied von Eis und Feuer 5 - 20 (in der Audible Ausgabe)



SuE / Stapel ungelesener E-Books

17. Martina Richter - Mopsnacht (NEU)
18. E.O. Chirovici - Das Buch der Spiegel
19. Nele Neuhaus - Im Wald
20. Mechtild Borrmann - Trümmerkind



SuB / Stapel ungelesener Bücher

21. Sebastian Fitzek - Der Nachtwandler
22. Sarah J. Maas - Königin der Finsternis
23. Dietrich Faber - Toter geht's nicht
24. Sarah J. Maas - Empire of Storms
25. Daniel Wolf - Das Gold des Meeres
26. Abigail Gibbs - Dark Heroine
27. J.J. Abrams & Doug Dorst - S "Das Schiff des Theseus"
28. Sebastian Fitzek - Das Paket
29. Sebastian Fitzek - Passagier 23
30. Dan Wells - Tötet uns alle
31. Laurie R. King - Die Gehilfin des Bienenzüchters
32. Nicholas Meyer - Sherlock Holmes und das Phantom der Oper
33. Edith Kneifl - Die Tote von Schönbrunn
34. Edith Kneifl - Totentanz im Stephansdom
35. Melanie Lahmer - Knochenfinder
36. Christian Endres - Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen (NEU)
37. Michelle Birkby - The House at Baker Street (NEU)
38. Andreas Gruber - Jakob Rubinstein (NEU)
39. Steven Moffat - Sherlock: Ein Fall in Pink (NEU)



SuR / Stapel ungelesener Romanhefte

40. bis 51. Perry Rhodan Miniserie Arkon 1 - 12



Abgänge

Vom SuH: Graham Moore - Die letzten Tage der Nacht (Rezension auf LB / GR)
Vom SuH: Kai Meyer - Die Krone der Sterne (abgebrochen, vielleicht als Print-Ausgabe besser?)

Vom SuB: Dan Vyleta - Smoke (Rezension hier)
Vom SuB: Erin Watt - Paper Princess (Rezension hier)
Vom SuB: M.C. Lachmann - Der Bestseller (abgebrochen, war aber ein Wackelbuch)
Vom SuB: Vanessa Diffenbaugh - Weil wir Flügel haben (abgebrochen, weil nicht mein Geschmack)
Vom SuB: Morton Rhue - Fame Junkies (Rezension auf LB / GR)

Vom SuE: Kerry Drewery - Marthas Widerstand (Rezension hier)
Vom SuE: Daniel Cole - Ragdoll (Rezension folgt nächste Woche)

Vom SuR: Charly Blood - Morbus Band 5 "Blutrosen"



Ich höre / lese gerade

Vom SuH: Arthur Conan Doyle - Sherlock Holmes: The definitive Collection read by Stephen Fry

Vom SuB: Egyd Gstättner - Karl Kraus lernt Dummdeutsch
Vom SuB: Karl Olsberg - Mirror



Fazit / Erkenntnis

Wenn ich mir diese Liste so ansehe, ist es eigentlich gar nicht mal so schlecht gelaufen. Natürlich hätte das Ergebnis nach vier Wochen auch besser ausfallen können, aber das Wichtelpaket, die Leseparty zur LBM und diverse Rezi-Ex haben erst einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Für den Rest dieses Monats sind allerdings einmal keine weiteren Rezi-Ex mehr vorgesehen, daher habe ich eine gute Chance, weitere Bücher vom SuB zu befreien. Und solange ich konsequent bleibe, Wackelbücher nach den ersten 50 Seiten abzubrechen, geht es bestimmt gut weiter. Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt ;).

12. April 2017

Rezension Kerry Drewery - Marthas Widerstand

"Marthas Widerstand" entdeckte ich irgendwann dieses Jahr bei einer der Vorschauen, die ein anderer Buchblogger gepostet hatte. Und das Thema des Buchs sprang mich sofort an, da ich solche Geschichten einfach nur liebe.

Zum Inhalt:


Die 16jährige Martha wird mit der Waffe in der Hand vor der Leiche von Jackson Paige verhaftet. Sie legt ein umfassendes Geständis ab und wird - dem Rechtssystem entsprechend - eine Woche lang in eine Zelle gesteckt. Jeden Tag kommt sie in eine andere kleinere Zelle, bis sie am Ende in der letzten, der Zelle 7, hingerichtet werden soll.

Über ihren Tod entscheidet allerdings kein Richter und auch kein Geschworener, sondern ein Televoting! Wer es sich leisten kann, darf darüber abstimmen, ob Martha leben oder sterben soll. Doch Martha hat ein Geheimnis - und sind die Dinge tatsächlich immer so, wie sie zu sein scheinen?

Meine Meinung:


Grundsätzlich mag ich Dystopien sehr. Aus dem einfachen Grund, weil es mich immer wieder fasziniert, was ein Autor sich ausdenkt, wie sich eine Welt entwickeln könnte. Seit "Die Tribute von Panem" ist das Genre aber so klischeebeladen, dass man langsam, aber sicher das Gefühl bekommt, dass hier nichts mehr Neues drinsteckt. Dass es aber auch anders geht, beweist Kerry Drewery in "Marthas Widerstand" sehr eindrucksvoll.

Denn Martha ist nicht die einzige Heldin dieser Geschichte. Neben ihr werden andere Figuren wie beispielsweise die psychologische Betreuerin Eve Stanton eingeführt, die schon bald Verdacht schöpfen, dass bei diesem Mord nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Auf der anderen Seite steht die Öffentlichkeit, die durch eine show-ähnliche Sendung namens "Death of Justice" gezielt manipuliert wird, das Mädchen zum Tod auf dem elektrischen Stuhl zu verurteilen.

Der Schreibstil der Autorin wechselt immer wieder die Perspektive, denn mal wird aus der ersten, mal aus der dritten Person erzählt. Das führt dazu, dass sich die Blickwinkel immer wieder ändern. Am besten haben wir aber die Szenen bei der TV-Sendung gefallen, denn diese werden ähnlich einem Drehbuch erzählt. Die Dialoge der Moderatoren mit ihren Studiogästen werden nur durch Anweisungen und kurze Beschreibungen unterbrochen, damit bekommen diese Szenen fast den Charakter einer Live-Übertragung.

Gerade die Dialoge sind es auch, die meiner Meinung nach die ganz große Stärke dieses Buchs ausmachen. Denn gerade Martha stellt viele kluge Fragen, die es wert sind, dass man sich aus Leser Gedanken macht. Wie sieht es mit der Macht der Medien aus? Wie werden Menschen manipuliert? Warum hinterfragen so wenige dieses Rechtssystem? Denn dass auch dieses System Fehler hat, erschließt sich dem Leser schon ziemlich bald.

Dies ist meiner Meinung nach auch vielleicht das einzige, was man dieser Geschichte vielleicht negativ ankreiden kann. Denn ich hatte schon recht früh ein Gefühl dafür, was im Hintergrund abgelaufen ist. Da es allerdings ein Jugendbuch ist, denke ich nicht, dass man dies der Autorin wirklich zum Vorwurf machen kann.

Aber kommen wir zu den positiven Dingen zurück: Erfrischend anders ist auch die Liebesgeschichte, denn Martha hat bereits einen Freund zu dem Zeitpunkt, wo die Geschichte beginnt. In Rückblenden erfährt der Leser, wie es zum Kennenlernen kam und wer er ist. Wunderschön, aber auch traurig sind hier vor allem die Szenen im Gefängnis, wo sich Martha darüber Gedanken macht, ob sie ihn noch einmal sehen wird, noch einmal mit ihm reden wird, das trieb mir vor allem am Ende tatsächlich ein klein wenig die Tränen in die Augen ...

Der Schluss selbst rief ein paar zwiespältige Gefühle in mir hervor, denn einerseits ist die Geschichte abgeschlossen, andererseits auch wieder nicht. Als Cliffhanger würde ich das Ende nicht sehen, aber es bleiben einige Fragen offen. Ursprünglich war wohl gedacht, das Buch als Einzelroman zu veröffentlichen, in der Zwischenzeit ist aber eine Fortsetzung angekündigt worden.

Mein Fazit:


"Marthas Widerstand" ist für mich eine Dystopie, die sich wohltuend aus der Menge der übrigen Bücher in diesem Genre abhebt. Im Gegensatz zu vielen Autorinnen verlässt die Autorin die gewohnten Bahnen und schafft es gekonnt, eine spannende Geschichte zu erzählen UND viele Fragen zu stellen, die den Leser nachdenklich werden lassen.

  • ★★★★★
  • E-Book
  • 447 Seiten
  • Bastei Entertainment
  • 978-3732540327

8. April 2017

Rezension Erin Watt - Paper Princess

An diesem Buch derzeit vorbeizukommen, fällt echt schwer. Kunststück bei dem Hype, der um die (Noch)Trilogie gemacht wird. Ein Grund mehr, in einer gemeinsamen #bbfliest Leserunde das Buch genauer unter die Lupe zu nehmen (Das Ergebnis könnt ihr übrigens hier auf Storify genauer nachlesen).

Zum Inhalt:


Die 17jährige Ella schlägt sich nach dem Tod ihrer Mutter allein durchs Leben durch. Um finanziell über die Runden zu kommen, strippt sie in einschlägigen Bars, ehe Callum Royal - bester Freund ihres verstorbenen Vaters - sie als ihr Vormund nicht ganz freiwillig zu sich holt.

In der noblen Villa lernst sie Callums fünf Söhne Gideon, Reed, Easton, Sebastian und Sawyer kennen. Obwohl sich das neue Leben für Ella nicht wirklich als Zuckerschlecken entpuppt, ist Ella fest entschlossen, die Zeit zu nutzen, um ihren Schulabschluss zu machen ...

Meine Meinung:


Schon als Paper Princess als Print-Ausgabe erschien, habe ich mal dank der Leseprobe online in das Buch reingelesen ... Und bereits der Anfang mit Ellas Leben als Stripperin bescherte mir ein  Aufwärmtraining für meinen Augenroll-Nerv. Gibt es wirklich nichts anderes, um als Minderjährige nach der Schule Geld zu verdienen, um Arztrechnungen oder die Miete zu bezahlen? Und so jagt ein merkwürdiges Detail das nächste, je weiter man sich in diese Geschichte vorantastet.

Am Ende habe ich aufgehört zu zählen, wie oft ich bestimmte Dinge einfach nicht verstanden habe. Ganz egal ob es um ihre natürlich supertoll und heiß aussehenden neuen Brüder, den Vater, die Freundin des Vaters oder ihre neuen Schulkollegen geht: Alle verhalten sich Ella gegenüber mies. Die Brüder, die Ella am liebsten gleich wieder loswerden wollen, der Vater, der Ella mit einer Entführung gleich am Anfang zu ihrem Glück zwingt, die Freundin des Vaters, die die Söhne vor Ella begrapscht, und die neuen Schulkollegen, die Ella am liebsten gar nicht an der Schule haben wollen - alle haben irgendwie einen an der Waffel.

Als Persiflage könnte das alles, gespickt mit jeder Menge Klischees, ja noch witzig sein, aber meiner Meinung nach versucht dieses Buch tatsächlich, sich ernstzunehmen. Und unter diesem Gesichtspunkt sind viele Dinge zu verurteilen, die in diesem Buch entweder angerissen oder verharmlosend beschrieben werden. Ich könnte hier jetzt viele Beispiele nennen, für mich persönlich am schlimmsten war allerdings [Spoiler]die versuchte Vergewaltigung von Ella mittels MDMA. Die einzige Konsequenz, die gezogen wird, ist ein Streich, den die Royals dem potenziellen Vergewaltiger spielen - weder werden die Erwachsenen verständigt noch die Polizei informiert[/Spoiler].

Da wir uns auf Twitter zu dem Buch ausgetauscht haben, kam auch heraus, dass die Übersetzung zum Teil einige sehr grobe Schnitzer enthielt. An einer Stelle fiel mir auch ein falscher Name auf. Der Stil generell ist eher leicht und locker, zum Teil im Deutschen in meinen Augen auch gewollt flapsig. Bestimmte Metaphern entlockten mir zum Teil sogar ein unfreiwilliges Grinsen, denn der Vergleich einer männlichen Eichel mit einer Kugel Eis - darauf muss man erst mal kommen.

Wer sich von diesem Buch außerdem eine Handlung erwartet, wird herbe enttäuscht werden. Im Grunde ist es eine Aneinanderreihung an Szenen, wo man sich fragt, wozu man das eigentlich erzählt bekommt. Abgesehen davon, dass ich mit der Zeit immer weniger nachvollziehen konnte, warum Ella auf Reed, den mit Abstand miesesten Typen der ganzen Familie, steht.

Ganz im Gegenteil: Je mehr von der Familie offengelegt wurde, desto mehr grauste es mir vor dieser Sippe. Jeder normal denkende Mensch würde sich hier früher oder später denken, dass es das ganze Geld nicht wert ist, das Callum gleich zu Beginn Ella anbietet.

Einziger Lichtblick war zumindest am Anfang Ella, da sie eigentlich nicht auf den Mund gefallen ist. Aber sobald es um Reed mit seinen köstlichen Schrägmuskeln und seiner goldbraunen Haut geht, reagiert sie wie ein schüchternes, fast verschrecktes Huhn, das nicht mehr klar denken kann. Und wieder einmal musste ich mich fragen, was ist das bloß für ein Frauenbild, wo es einzig und allein darum geht, dass Männer und Jungs Geld und gutes Aussehen haben und natürlich die Superstars im Bett sind?

Neben diesen Äußerlichkeiten wies das Buch auch einen bemerkenswert hohen Level an Gewaltbereitschaft auf. Weder Ella noch die Royal-Jungs sind zimperlich, wenn es darum geht jemand anderen zu schlagen. Dass danach nicht einmal darüber gesprochen wird, warum es dazu kam, empfand ich wirklich als schlimm. Gewalt ist kein Weg - in keiner Form. In diesem Buch ist es aber ganz normal, sich zu prügeln, um Probleme zu lösen.

Noch ein paar Worte zum Schluss: Er überraschte mich nur bis zu einem gewissen Maß, denn auch dieses Buch folgt den mehr oder weniger ungeschriebenen Regeln, die Shades of Grey mit seinem Handlungsaufbau aufgestellt hat. Wer die Bücher gelesen hat, wird wissen, was ich meine.

Mein Fazit:


Mir erschließt sich ehrlich gestanden überhaupt nicht, warum dieses Buch so viele positive Bewertungen bekommen hat. Viele moralisch und ethisch mehr als verurteilenswerte Dinge werden in diesem Buch verharmlost und nicht richtig gestellt. Man kann es daher drehen und wenden, wie man will, aber mir fällt tastsächlich niemand ein, dem ich dieses Buch empfehlen würde ...

Weitere Rezensionen:


Jürgen Albers
Monis Zeitreise
Laberladen.com
Kitsunes Welt der Bücher
I am Jane
Bücherverschlingen

  • ★★★★
  • Klappenbroschur
  • 384 Seiten
  • Piper
  • 978-3492060714

7. April 2017

Mein Blogger Themen Wichteln 2017

Das Bücher-Wichteln entwickelt sich langsam, aber sicher zu einer Sache, die mir wirklich Spaß macht! Das muss ich gleich mal vorausschicken, ehe es an diesen kleinen Auspackbericht geht.

Die liebe Sabrina von Fantasy Books machte im Februar den Vorschlag, statt eines Osterwichtelns ein Themen-Wichteln zu machen. Was heißt das? Jeder Teilnehmer gab ein Thema bekannt, zu dem er beschenkt werden wollte. Das bedeutete auch, fristgerecht einen passenden Wunschzettel an die Organisatorin zu schicken. Wundert es jemanden, dass ich das Thema "Sherlock" gewählt habe? Nöööö, oder? 😄


Mit ein bisschen Verspätung, aber trotzdem noch rechtzeitig fand mein Paket seinen Weg - und ich war schon mächtig gespannt, als ich es das erste Mal in der Hand gehalten habe. Bereits von außen konnte man ja ganz toll erkennen, was mich erwarten würde, da eine große Sherlock Holmes Silhouette auf dem Paket prangte.

Am ersten April (nein, kein Aprilscherz) war es dann soweit und wir durften alle unsere Päckchen aufmachen.

Darin erwartete mich erst einmal ein wunderbar liebes Schreiben meiner Wichtelmama inklusive dem Rätsel, wer sich dahinter verbirgt. Liebe Carmen von Carmens Bücher-Bistro, bist du das gewesen? Ich habe dir ja schon auf Facebook geschrieben, aber noch keine Antwort bekommen ... Wie auch immer: Ich habe mich wirklich sehr gefreut, denn was du da gepackt und eingewickelt hast, ist echt toll!


Jedes Geschenk war noch einmal einzeln mit einem Sherlock.Motiv beklebt - ein Teil von mir hätte sie beinahe nicht öffnen wollen, so hübsch waren sie anzusehen, die einzelnen Päckchen.

Dann gab's aber doch kein Halten mehr und ich freute mich mit jedem Geschenk mehr, das ich aufmachen durfte.



Ich weiß gar nicht, womit du mir am meisten Freude gemacht hast. Der Anhänger mit dem Schriftzug der Baker Street ziert bereits meinen Schlüsselbund, ich wollte nämlich unbedingt einen neuen, weil der alte schon so schäbig ausgesehen hat ...

Auf die beiden Bücher bin ich ja schon so neugierig. "The House at Baker Street" erzählt die Geschichte der Frauen in Doyles Geschichten - Mary Morstan und Mrs. Hudson, während "Sherlock Holmes und die tanzenden Drachen" eher ins Phantastische geht. Wie auch immer: Ich weiß gar nicht, welches ich tatsächlich zuerst lesen werde - beide Pastiches waren schon sehr lange auf meiner Wunschliste!

Die CD wandert die Tage in den CD-Player, ich liebe die Stimme von Benedict Cumberbatch einfach. Und jetzt bin ich total happy, diese vier tollen Sherlock-Geschichten wirklich so oft hören zu können, wie ich möchte.

Den Vogel abgeschossen hat aber im wahrsten Sinn des Wortes die Ente. Ich nenne ja noch nicht so viele Badeenten mein Eigen, aber diese hier bekommt auf jeden Fall ein Ehrenplatz. Wo weiß ich noch nicht, normal bewachen sie ja meine Badewanne, aber diese hier würde sich auch in meinem Sherlock-Regal sicher gut machen 😊.

Vielen Dank auch für die Leckerlis, ich bin ja Kaffee- und Teetrinker, da kann ich dann abwechselnd meiner Leidenschaft frönen - zusammen mit der Schoki, die ich allerdings schon angeknabbert habe in der Zwischenzeit.

4. April 2017

Rezension Dan Vyleta - Smoke

Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch bereits durch eine Leserunde bei Lovelybooks, so richtig erwischte mich die Neugier allerdings, als ich vom Verlag ein Mail erhielt mit einigen Presseinformationen ...

Zum Inhalt:


"Smoke" spielt im viktorianischen England - mit einem großen Unterschied: Die Menschen beginnen zu rauchen, wenn sie aus irgendeinem Grund schlechte Dinge tun oder denken. Für Charlie und Thomas, die zu jener Zeit in einem englischen Internat unterrichtet werden, ist es ganz normal, jederzeit darauf zu achten, möglichst wenig Rauch zu produzieren. Eines Tages entdeckt Charlie bei einem Schulausflug jedoch einen Mann, der nicht raucht. Diese Erkenntnis stellt für die Freunde alles bisher Gelernte auf den Kopf und sie wollen diesen Geheimnissen auf den Grund gehen ...

Meine Meinung:


Der Klappentext machte ich mich ehrlich gestanden sofort neugierig - und das, obwohl auch im englischsprachigen Raum die Bewertungen für dieses Buch recht unterschiedlich ausgefallen sind. Diese Mischung aus Phantastischem und alternativer Geschichte war einfach zu verführerisch, als dass ich zu diesem Angebot Nein sagen konnte.

Der Anfang war für mich auch noch total faszinierend. Das Leben mit dem Rauch ist für die Menschen ganz normal, auch wenn niemand eigentlich so genau weiß, warum der Rauch da ist und warum er immer wieder andere Formen und Farben annimmt. Angefangen bei hellgrauem, dampfähnlichen Rauch bis zu pechschwarzem, öligem Ruß ist alles dabei. Die Menschen geben diesen Rauch über ihre Körperöffnungen ab und können dies nicht unterdrücken, es sei denn, es gelingt ihnen, ihre negativen Emotionen zu kontrollieren.

Dieses Setting bot gleich am Anfang Platz für mehrere spannende Fragen: Woher kommt der Rauch? Gab es ihn schon immer? Und warum gibt es Menschen, die nicht rauchen? Charlie und Thomas stellen diese Dinge anfangs nicht in Frage, bis Charlie zum ersten Mal jemanden sieht, der nicht raucht. Verständlich, dass hier auch der Leser neugierig wird und sich nur allzu bereitwillig mit den beiden auf eine Reise begibt, um herauszufinden, was hier abläuft.

Der Autor macht es einem dabei einfach, in diese bekannte und zugleich unbekannte Welt einzutauchen, da er sich Zeit nimmt, die Geschichte zu entwickeln. Der Rauch steht fast sinnbildlich für eine Gesellschaft, die lügt, betrügt, mordet und stiehlt. Menschen sind bereits nach der Geburt erst einmal schuldig und müssen danach streben, sich zu verbessern. Nicht zuletzt dank der Protagonisten bleibt die Hoffnung auf eine bessere Welt, da die Dinge offensichtlich nicht so zu sein scheinen, wie man es bisher gedacht bzw. geglaubt hat.

Auch den Schreibstil und den Wechsel von der dritten Person in die erste für einzelne Figuren fand ich durchaus interessant. Der Autor versteht es, seine Welt sehr bildhaft in Szene zu setzen, die Zeitreise in diese Welt fiel mir daher wirklich einfach. London als düsterer Ort, wo mehr Unheil als sonstwo auf der Welt geschieht - das hat der Autor wirklich phantastisch rübergebracht.

Umso bedauerlicher, dass mich das Buch am Ende doch noch "verloren" hat. Denn ab dem letzten Drittel etwa konnte ich nicht mehr nachvollziehen, warum die Figuren bestimmte Dinge getan haben. Auch wenn die Perspektive immer wieder wechselt, fehlte mir der Zugang, das Verständnis. Einzelne Personen waren auf einmal unvorstellbar grausam, fielen sogar dem Wahnsinn anheim. Warum, hat sich mir einfach nicht erschlossen.

Aus demselben Grund wurde ich auch mit dem Schluss nicht so wirklich warm, denn obwohl ich den Plottwist an dieser Stelle durchaus mochte, erschloss er sich mir nicht, ich habe ihn schlicht und einfach nicht verstanden. Daher blieb ich nach dem Zuklappen des Buches zum Teil ratlos, zum Teil unbefriedigt zurück. Warum? Ich hatte das Gefühl, im Regen stehen gelassen worden zu sein, was die Antwort auf einige Fragen anging. Nicht jede Frage braucht für mich eine Antwort, aber wenn ich das Gefühl habe, dass die wichtigste von allen offen geblieben ist, dann gefällt mir das nicht.

Mein Fazit:


"Smoke" startet unheimlich stark, driftete aber im letzten Drittel für meinen Geschmack zu weit ab, um mich wirklich bis zum Schluss bei der Stange zu halten. Das tolle Setting und der bildhafte Schreibstil konnten dies leider nur zum Teil kompensieren.

  • ★★★★★
  • Klappenbroschur
  • 624 Seiten
  • carl's books
  • 978-3570585689

1. April 2017

Tops & Flops / 03.2017

Wenn ich so auf den März zurückblicke, fällt mir eigentlich nur ein Wort dazu ein: Durchschnitt. Ich glaube, ich habe schon lang nicht mehr so viele Bücher mit drei Sternen bewertet wie in diesem Monat ... Die Tops & Flops müsste ich daher streng genommen für den März eigentlich anders benennen, wenn ich das wirklich berücksichtigen wollte.


Ich werde aber trotzdem versuchen vorzustellen, was mir den Umständen entsprechend in den jeweiligen Bereichen am besten gefallen hat :).

Top des Monats: Gelesenes

Am besten hat im März "Der Tod so kalt" von Luca D'Andrea abgeschnitten. Das Buch ist zwar auf seine Art schon recht düster, trotzdem vermochte es mich zu fesseln. Die Bletterbachschlucht ist auf jeden Fall ein sehr eindrucksvolles Setting für diesen Roman! Und die Touristiker dürfte es bestimmt freuen, dass D'Andrea seinen Roman hier angesiedelt hat, schätze ich.


Trotz einiger Schwächen habe ich hier sehr gerne eine Leseempfehlung abgegeben. Die Rezension zu dem Buch findet ihr hier.

Top des Monats: Gehörtes

Bei den Hörbüchern hatte ich jetzt schon mehr Probleme, das beste auszuwählen. Eigentlich hatten dieses Mal alle für mich so ihre Stärken und Schwächen ... Im Verhältnis hat allerdings "AchtNacht" von Sebastian Fitzek die beste Wertung für mich erzielt - nicht zuletzt wegen der Lesung von Simon Jäger.


Ich bin ja eigentlich kein ausgemachter Fitzek-Fan, aber die Geschichte hatte mich neugierig gemacht. Warum es trotzdem nur für einen Daumen in der Mitte reicht, ist die Tatsache, dass mich das Hörbuch nicht so 100%ig mitreißen konnte.

Wie erklärt man so etwas bloß verständlich? Es ist alles da, was es braucht, um zu unterhalten - und trotzdem klappt es einfach nicht. Ist da schon zu viel Routine in Fitzeks Geschichten? Irgendwie sprang für mich jedenfalls der Funke nicht über ...

Flop des Monats

Die gute Nachricht des Durchschnitts ist aber natürlich auch, dass es dieses Mal keinen echten Flop gibt. Im Verhältnis am schlechtesten hat wohl "Der Spion mit dem Strumpfband" abgeschnitten. Die Geschichte ist durchaus gut und unterhaltsam geschrieben, kann sich aber von der Masse der historischen Liebesromane in meinen Augen nicht abheben. Eine Rezension findet ihr hier.


Wer Geschichten im Stil der "Historicals" aus dem Cora-Verlag mag, wird damit aber bestimmt seine Freude haben, denke ich.