12. November 2015

Rezension Joyce Summer - Mord auf der Levada

Schon vor einiger Zeit erreichte mich die Anfrage von Joyce Summer, ob ich nicht ihr Buch lesen wollte. Allerdings gab es damals ihr Buch "Mord auf der Levada" noch nicht als E-Book im ePub Format ...

In der Zwischenzeit hat sich das allerdings geändert, deswegen steht der charmante Regiokrimi, der auf Madeira spielt, nun auch allen übrigen E-Book-Readern offen :). Und damit ich es nicht vergesse, sage ich gleich einmal vielen, herzlichen Dank für dieses ganz persönliche Rezensionsexemplar - sogar mit elektronischer Widmung!

Zum Inhalt:


Pauline und Ben Dieck sind ein deutsches Ehepaar Ende Dreißig, das in Hamburg lebt. Pauline hat sich als Besitzerin eines kleinen Cafés selbständig gemacht und möchte mit Ben ein paar Tage Urlaub auf Madeira machen, einer Insel, wo sie bereits vor ein paar Jahren waren.

Kurz nach ihrer Ankunft stolpert Pauline beim Joggen frühmorgens im wahrsten Sinn des Wortes über einen Toten, der unter einem Haufen Hortensienblüten begraben liegt. Als sich herausstellt, dass der Tote ein ortsansässiger Hoteldirektor war, der sich mit seinen Expansionsplänen nicht nur Freunde unter den Einheimischen gemacht hat, ist ihre Neugier geweckt ...

Meine Meinung:


Bereits die Leseprobe macht Lust auf das Buch, denn das erste Kapitel spielt in der Vergangenheit, wo ein Mann auf dem Rückweg zur Insel ist, die er vor über 50 Jahren verlassen hat. Allerdings erreicht er sein Ziel nie, da die Maschine abstürzt und im Meer untergeht. Damit sind bereits die ersten Fragen da, die einen nicht loslassen: Wer ist der Unbekannte? Wer ist die Frau, zu der er zurückkehren möchte? Und vor allem: Was hatte er bei sich, das er nicht in seinem Koffer aufbewahren wollte?

Die Geschichte selbst ist danach in verschiedene Handlungsstränge unterteilt - neben Pauline spielt nämlich auch bald der ermittelnde Comissario Avila, ein gemütlich wirkender Mann in den 50ern, eine größere Rolle. Zusammen mit seinem Subcommissario ist er gefordert, herauszufinden, was es mit dem Tod des Hoteldirektors auf sich hat und wo das Motiv für den Mord liegt.

Der Leser hat  beim Ermitteln jedoch einen Vorteil, denn er kann im Gegensatz zum Commissario verschiedene Sprünge durch die Zeit zurück bis ins Jahr 1922 mitmachen. Dadurch wird bald klar, dass in der Vergangenheit etwas geschehen ist, das seine Schatten bis in die Gegenwart wirft (Was das genau ist, verrate ich jetzt absichtlich nicht, das müsst ihr schon selbst herausfinden!).

Joyce Summer hat hier meiner Meinung nach sehr gekonnt das Flair, die Atmosphäre, das, was Madeira ausmacht, mit seinem bekanntesten Bewohner verwoben, der schlussendlich nach seinem frühen Tod auch auf Madeira seine letzte Ruhestätte gefunden hat: Karl I., letzter Kaiser von Österreich-Ungarn, lebte nämlich eine Zeit lang auf der Insel.

Nach dem Ende des 1. Weltkriegs musste Karl zusammen mit seiner Frau Zita und seinen Kindern das Land verlassen, da er sich weigerte, offiziell abzudanken (Ich gebe zu, ich musste dieses Stück Geschichte noch vor dem Ende des Romans nachlesen, weil es mich interessierte, wie viel im Roman erfunden war und wie viel nicht ;)).

Obwohl mir die Hintergründe aus den 1920er Jahren recht bald ziemlich klar waren, tappte ich trotzdem sehr lange im Dunkeln, was das Motiv für den Mord in der Gegenwart darstellte. Was mir dabei auch gut gefallen hat, sind die Aufteilungen der Kapitel. Je weiter die Handlung fortschreitet, desto mehr kleine Cliffhanger tauchen auf, die es mir mit der Zeit immer schwerer machten, das Buch wegzulegen.

Der Schluss wiederum hätte ein Quäntchen besser sein können, da vor allem die letzten Seiten etwas rasch heruntergeschrieben wirkten. Trotzdem ist er gut, denn er beantwortet alle offenen Fragen und ließ mich am Ende sehr zufrieden das Nachwort lesen, in dem die Autorin noch auf die geschichtliche Vorlage des Buchs eingeht.

Einige weitere, kleine Mängel hat der Roman in meinen Augen allerdings schon: An manchen Stellen wirkten die Szenen, wo Pauline auf die potenziellen Verdächtigen traf, ein klein wenig konstruiert. Und leider stolperte ich auch immer wieder über Rechtschreibfehler bzw. fehlende Wörter, die mich innehalten und überlegen ließen, was da nun nicht passte.

Das Cover würde mich wahrscheinlich im Buchhandel ebenfalls nicht unbedingt zu dem Buch greifen lassen, auch wenn mir das Motiv mit dem Baum und dem Haus im Hintergrund gut gefällt, hatte ich doch den Eindruck, dass man daraus noch mehr hätte machen können.

Mein Fazit:


Ein rasch zu lesender Regiokrimi, der das Flair und das Leben auf Madeira wunderbar einfängt. Das macht definitiv Lust auf mehr - sowohl auf weitere Bücher der Autorin als auch auf einen Urlaub auf dieser Insel! Zwar hat das Buch einige kleine Mängel, diese werden aber die meisten von euch wohl mit gutem Gewissen ignorieren können (Ich weiß ja, dass ich bei der Rechtschreibung oft ein bisschen pingelig bin ;)).

Meine Bewertung:


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