18. Mai 2016

Rezension Joyce Summer - Malteser Morde

"Malteser Morde" ist der zweite Roman aus der Feder von Joyce Summer, der sich mit den kriminalistischen Reiseabenteuern von Pauline und ihrem Mann Ben beschäftigt. Während es Pauline im ersten Teil "Mord auf der Levada" nach Madeira verschlägt (Eine Rezension findet ihr hier), reist sie im zweiten Teil zunächst zusammen mit ihrer Mutter nach Malta ...

Auf diese Weise möchte ich mich auch wieder einmal ganz herzlich bei der Autorin für das Rezensionsexemplar bedanken, das ich sogar mit persönlicher Widmung bekommen habe :).

Zum Inhalt:


Cafébesitzerin Pauline geht wieder auf Reisen! Zusammen mit ihrer Mutter geht es eine Woche nach Malta, Ehemann wird danach für zwei Wochen kommen. So weit, so gut. Pauline wäre allerdings nicht Pauline, würde sie nicht gleich am Anfang ihres Urlaubs einen ziemlich schaurigen Fund machen, der sie ruckzuck in ein neues mörderisches Abenteuer stolpern lässt ...

Meine Meinung:


Während Pauline im ersten Teil ausschließlich mit ihrem Mann Ben unterwegs war, ist es hier zunächst einmal ein Mutter-Tochter-Urlaub. Pauline fliegt mit ihrer Mutter nach Malta, um mit ihr ein paar schöne Tage zu verbringen und es sich gut gehen zu lassen. Pauline wäre allerdings nicht Pauline, wenn sie nicht gleich kopfüber in ihr nächstes Abenteuer stolpern würde ...

Wie bereits aus dem ersten Teil bekannt, teilt auch diese Geschichte sich nun in mehrere Handlungsstränge auf. Da gibt es einmal wie gewohnt einen Strang, der in der Vergangenheit spielt und der hier einen Teil der Geschichte von Malta beleuchtet: "Die große Belagerung" von 1565 spielt in diesem Roman eine große Rolle und wird in einzelnen Szenen genauer beleuchtet. Wird es dem Johanniterorden gelingen, die anstürmenden Türken zu besiegen?

Ein weiterer Handlungsstrang spielt aus der Sicht eines kleinen Jungen, der von seinem Vater zu seinem Geburtstag Aufgaben gestellt bekommt. Was sich zunächst relativ harmlos anhört, wird mit der Zeit allerdings zunehmend befremdlicher und gruseliger ... Mehr verrate ich allerdings hier nicht dazu, da es sonst ein Handlungsspoiler wäre :).

Mit "Malteser Morde" führt die Autorin natürlich einen neuen ermittelnden Kommissar, pardon, eine Kommissarin ein, die darauf angesetzt wird, die Vorkomnisse aufzuklären. Im Gegensatz zu dem sehr sympathischen Commissario Avila aus "Mord an der Levada"hatte ich allerdings mit Guilia Lucchese so meine Probleme - ich konnte also gut nachvollziehen, warum Pauline mit ihr anfangs nicht so richtig warm wurde (Diese Frau wäre mir im richtigen Leben wahrscheinlich auch sofort unsympathisch!). Gott sei Dank bessert sich dies allerdings im Lauf des Buches, ihr Charakter tritt zugunsten der Auflösung des Falls in den Hintergrund.

Auch dieses Mal hat der Leser im Vergleich zum Ermittlungsteam einen Vorteil: Er merkt recht bald, worum es hier geht, welche Rolle die Belagerung spielt - sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Daher hatte ich auch recht bald einen Verdacht, wer der Schuldige sein könnte :). Letztendlich stand es 50:50, wobei ich anfangs auf die falschen 50 Prozent gesetzt hatte. Gut, wenn man hier als Leser doch noch überrascht werden kann!

Da ich "Malteser Morde" ebenfalls als Regiokrimi einschätze, noch ein paar Worte zu den Beschreibungen von Malta: Ich kenne die Insel nicht, kann mir also eher wenig darunter vorstellen. Der Roman hat mir dieses Mal aber im Gegensatz zu "Mord auf der Levada" nicht so sehr geholfen, Bilder in meinem Kopf entstehen zu lassen ... Bei Madeira fiel mir das merkwürdigerweise deutlich leichter, aber da habe ich schon Fotos gesehen. Malta ist für mich dagegen ziemlich farblos geblieben, was das angeht. Vielleicht wären hier doch ein paar Beschreibungen mehr hilfreich gewesen, gerade bei dem Ausflug auf den Markt in den unaussprechlichen Ort (Sorry, der Name ist mir leider schon wieder entfallen, klang aber für mich irgendwie aztekisch oder so :D).

Ein paar kleinere Kritikpunkte muss ich am Ende auch noch loswerden: Die Formatierung ist im E-Book etwas merkwürdig. Dies merkt man vor allem am Anfang bei der Auflistung der Figuren und bei der Abbildung der Karten, wo auf Malta der Roman spielt - letztere waren leider ziemlich klein auf meinem Sony Reader zu sehen ... Auch habe ich beim Lesen hier und a einzelne Tippfehler entdeckt. Diese stören natürlich nicht die Qualität der Geschichte, haben mich aber gelegentlich innehalten lassen.

Mein Fazit:


Joyce Summer ist mit "Malteser Morde" eine sehr unterhaltsame und spannende Fortsetzung der Abenteuer von Pauline gelungen. Trotz einiger Schwächen empfehle ich das Buch gerne weiter, denn es hat mich gut unterhalten und ich mag Paulines Charakter mit jeder Geschichte mehr :).

  • ★★★★
  • Taschenbuch
  • 312 Seiten
  • CreateSpace
  • 978-1532817649

Kein Kommentar

Kommentar veröffentlichen