Gutes Deutsch: Was ihr in Buchblogs vermeiden solltet

Folgenden Text entdeckte ich vor ein paar Tagen auf Twitter:

Wenn ihr ernst genommen werden wollt, dann vermeidet auf Buchblogs bitte die Worte "Rezession" (Rezension!) und "Triologie" (Trilogie!)
— Susanne Kasper (@literaturschock) 11. August 2016

Ein Teil von mir begann nach dem Lesen fast automatisch darüber nachzudenken, was ich eigentlich sonst noch sehr häufig falsch gesehen habe - und schon war die Idee für diesen Text da :).

Auf diesem Weg möchte ich mich außerdem bei allen bedanken, die mir bei Facebook mit weiteren Beispielen unter die Arme gegriffen haben! Wenn euch noch weitere Beispiele einfallen - nur zu! Ich freue mich über jeden Kommentar, der diese Liste hier ergänzt :). Ein extra Dankeschön geht auch an Susanne, die mir das Foto zur Verfügung gestellt hat!

© Susanne Halbeisen / Schnulzen und Schwerter

Die folgende Auflistung ist übrigens eine ganz subjektive - ich traue mich gar nicht schätzen, welche Fehler häufiger auftreten als andere ...

Rezession / Rezension

Wenn wir Buchblogger von einer Rezi sprechen, ist das eine Abkürzung für "Rezension". Rezension mit N! Ja, die "Rezession" klingt ähnlich, aber wir sprechen ja auch von Rezensenten und Rezensentinnen, von Rezensionsexemplaren und wenn wir ein Buch besprechen, rezensieren wir es. Wie kommt man dann auf die Idee, ausgerechnet die Buchbesprechung mit dem Rückgang der Konjunktur zu verwechseln? Wenn ihr eine Idee dazu habt, verratet es mir ...


Eine echte Rezession wird man im buchigen Kontext mit großer Wahrscheinlichkeit nur in BWL-Büchern finden - und selten bei Buchbesprechungen bzw. Buchbewertungen. In diesem Zusammenhang auch ein Appell meinerseits: Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob Rezession oder Rezension - verzichtet auf das Fremdwort! Bücher lassen sich auch hervorragend bewerten oder besprechen, wenn man sie nicht rezensieren möchte ;).

Covers / Cover

Schöne, heile Anglizismen-Welt :). Das schöne Wort Cover ist ja so dankbar, wo wir früher Titelbilder, Umschlagbilder oder Hüllen verwendet haben, nutzen wir heute Cover. Cover sind praktisch: Es gibt sie eigentlich überall, wo man etwas bedecken will. Und damit sind nicht nur Bücher gemeint, selbst mein E-Book-Reader hat ja nun ein neues Cover, sorry, ich meine natürlich eine neue Schutzhülle ;).

Covers als Mehrzahl ist in dem Fall ja nicht einmal komplett falsch - der Haken ist nur, dass das ins Deutsche eingewanderte Wort im Deutschen ein sächliches Geschlecht bekommen hat. Das Cover, das Vorbild für die Cover der Nachfolgeromane war: Diesem Umschlagbild sollte man somit den Vorzug geben :).

Mehrteiler

Auf meiner persönlichen Fehler-Hitliste kommen die Mehrteiler sehr weit vorne. Neben der "Rezession" gehören "Duologie", "Triologie" oder "Quadrologie" zu den am häufigstens falsch geschriebenen Begriffen, die mir im Zusammenhang mit Rezensionen schon begegnet sind. Okay, ein Duo sind zwei Leute, die miteinander etwas tun (Man denke da etwa an das dynamische Duo Batman & Robin ;)), ein Trio sind entsprechend drei Leute. Die Vorsilbe verrät ja auch schon, um wie viele Personen es dabei geht - da hatten die alten Lateiner was mitzureden ;). Das Dumme dabei ist nur, dass die bei den Mehrteilern den Mund halten mussten - an diesen Fremdwörtern sind die alten Griechen schuld!

Der Wortstamm "-logie" leitet sich von dem griechischen Wort "logos" ab - und das bedeutet auf Deutsch "Wort". Bücher haben ja bekanntlich jede Menge davon, vielleicht hilft das für eine Eselsbrücke? Die Vorsilben dazu, die die Menge der Einzelwerke eines Mehrteilers bezeichnen, kommen damit auch aus dem Griechischen! Also nix mit Quadro und so! Richtig heißt es daher: Dilogie für einen Zweiteiler, Trilogie für einen Dreiteiler, Tetralogie für einen Vierteiler, Pentalogie für einen Fünfteiler und so fort :). Wenn es euch ganz genau interessiert: In der Wikipedia gibt es sogar einen ziemlich langen Text dazu.

Klapptext / Klappentext

Hardcover und in manchen Fällen auch broschierte Bücher erhalten ihn immer wieder - den Schutzumschlag. Da das hier jetzt kein Ausflug in die einzelnen Bestandteile eines Buches werden soll (Sonst würde der Text doch etwas länger werden :D), nur so viel dazu: Ein Schutzumschlag besteht aus Vorder- und Rückseite, Rücken, einer vorderen und einer hinteren Klappe (Innen- und Rückenklappe) sowie den meist unbedruckten Innenseiten.

Die Klappen werden dabei heute gern dazu verwendet, um sowohl Roman als auch Autor vorzustellen: Der Text, den man dort findet, nennt man daher Klappentext. "Klapptext" mag zwar aus dem Kontext heraus stimmen, schließlich wird dieser Teil des Schutzumschlags tatsächlich um den Buchdeckel umgeklappt. Der Klappentext hat jedoch nichts mit Klappstühlen, Klapprädern oder ähnlichen anderen Gegenständen zu tun, die man zusammengeklappt im Auto transportieren kann :).

des Autoren / des Autors

Der Verfasser eines Buches hat es wirklich nicht leicht :). Da schreibt er mit Herzblut an einem neuen Werk, schuftet täglich mehrere Stunden, bis sein Roman fertig ist, wartet auf den Tag der Veröffentlichung - und dann? Ist es nun die Schuld des Autors oder des Autoren, wenn sich das Buch nicht gut verkauft? Das Wort jedenfalls ist ein exzellentes Beispiel dafür, dass Deutsch wirklich bescheuert sein kann. Der Autor ist nämlich die Ausnahme von der Ausnahme von der Regel - und wem schwirrt jetzt nicht der Kopf?

Okay, machen wir es leichter: Der Autor gehört in dieselbe Gruppe von Wörtern wie der Professor, der Doktor oder der Direktor. Der Duden erklärt das in seinem Newsletter so (Hab ich extra für euch nachgeschaut): Wenn die Silbe "-or" unbetont ist (Der Autor wird ja am "Au" betont), wird das Wort stark gebeugt. Es heißt also richtig "des erfolglosen Autors", um auf das Beispiel am Beginn zurückzukommen ;). Meinetwegen auch noch "die Schuld der erfolglosen Autoren" in der Mehrzahl, aber standardsprachlich heißt es "des Autors" in der Einzahl. Punkt. Aus.

Seid / seit

Dieser Fehler (oder soll ich sagen: diese Verwechslung?) ist mir mittlerweile auch schon ein paar Mal aufgefallen. Wobei mir nicht ganz klar ist, wie es dazu kommt. "Seid" ist eine Form von "sein" - liebe Leser, ihr seid meine treuesten Begleiter zum Beispiel. Oder als Aufforderungsform gibt es "seid" auch noch: Seid so gut und lasst mir einen Kommentar da ;).

Seit mit T wird immer in einem zeitlichen Kontext verwendet (Vielleicht kann man sich das so merken - mit T wie temporal?). Seit einer Woche ist mein Beitrag online. Seit einem Monat liegt das Buch auf meinem SuB. So in der Art halt. Und mehr ist da nicht dahinter! Echt nicht!

dass / das

Dass und das ist, glaube ich, der häufigste Fehler überhaupt - und das nicht nur auf Buchblogs. Eigentlich ist der Unterschied nicht schwer, aber ab und zu stolpere ich auch darüber, so ist das nicht :). Das Buch, das mir gut gefallen hat. Dazu kann ich auch sagen: Das Buch, welches mir gut gefallen hat - das ist auch nach Jahren noch immer meine ganz persönliche Eselsbrücke, wenn ich mir nicht sicher bin ;).

Das einfache "Das" leitet in dem Fall ja einen Nebensatz ein, der sich unmittelbar auf den Begriff davor bezieht. Bei "Dass" oder früher "Daß" (für die älteren Semester unter uns) funktioniert das mit dem Einsetzen dagegen nicht: Ich weiß, dass die Buchbloggerin eine fleißige Leserin ist - wo sollte man hier sinnvoll "welches" ersetzen? Weitere Beispiele gibt es auf das-dass.de.

nach dem / nachdem

Nachdem ich das Buch beendet hatte, machte ich mich an das Schreiben der Rezension. Aber: Nach dem Lesen des Buches setzte ich mich hin, um die Rezension zu schreiben. "Nachdem" zusammengeschrieben bedeutet für mich einen Zusammenhang. Nachdem etwas passiert ist, erfolgte eine Reaktion. "Nach dem Lesen" könnte ich aber auch mit "nach der letzten Seite des Buches" ersetzen und der Satz wäre noch immer sinnvoll. "Nach dem" ist eigentlich nur eine Form von "Nach": Nach der Pause oder nach dem Lernen ergab alles für mich Sinn. Bei Deutschlich gibt es noch ein paar Beispiele, wenn ihr mehr wissen wollt ;).

vorallem / vor allem

Das ist ein Fehler, wo ich mich selbst auch immer wieder in den Allerwertesten treten muss, ich gestehe es :). Richtig ist die Schreibweise "vor allem". Hier überlege ich immer noch, wie ich mir das am besten merken kann. Vielleicht fällt euch eine gute Eselsbrücke ein?

SuB / TBR

Das Kürzel SuB ist das gebräuchlichste, was man auf Buchblogs findet. SuB steht für "Stapel ungelesener Bücher". Nicht mehr und nicht weniger. Der SuB ist deswegen auch der SuB und nicht der "Sab". Nana hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass viele anscheinend denken, dass SuB aus dem Englischen kommt. Stimmt aber nicht! Es sei dann, man hat ein bisschen zu viel Shades of Grey gelesen - dort kommt "Sub" aber von "Submissive" - und bedeutet etwas ganz anderes ...

Und weil wir grad beim Englischen sind: Englische Buchblogger benutzen in der Regel das Kürzel TBR, wenn es um ihre ungelesenen Bücher geht. TBR steht für "to be read", meint also im Prinzip dasselbe wie das deutsche Kürzel "SuB", bezieht sich aber nicht auf Stapel, sondern nur auf die Menge der Bücher, die noch gelesen werden wollen :).

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