8. September 2017

Rezension Joyce Summer - Madeiragrab

Mit Joyce Summer verbindet mich schon seit Beginn meines Buchbloggerlebens die Liebe zu ihren Krimis. Mit ihrem Erstling "Mord auf der Levada" bin ich nach Madeira gereist, mit dem Nachfolger "Malteser Morde" nach Malta.

Mit "Madeiragrab" geht es nun wieder zurück nach Madeira, wobei Comissário Avila (der in "Mord auf der Levada" nur eine Nebenrolle hatte) nun selbst mit seinem Team ermitteln darf. "Madeiragrab" ist dabei als Auftakt zu einer Serie um den sympathischen Ermittler gedacht.

Zum Inhalt:


Fernando Avila, seines Zeichens Comiss├írio bei der ├Ârtlichen Polizei auf Madeira, ermittelt wieder. Dieses Mal geht es um einen alten Mann und eine junge Galeristin, die kurz hintereinander tot aufgefunden werden. Gibt es eine Verbindung zwischen den Toten? Reicht der Mord in die Vergangenheit zur├╝ck?

Avila ist gefordert, denn eigentlich steht seine Frau Leticia kurz vor der Niederkunft ihres ersten gemeinsamen Kindes ... Hin und her gerissen zwischen der Sorge um seine Frau und seiner Arbeit, folgt Avila schon bald mit seinem tatkr├Ąftigen Team verschiedenen Spuren, die unter anderem in die High Society von Madeira f├╝hren.

Meine Meinung:


Nachdem ich Fernando Avila und seine Frau Leticia bereits in "Mord auf der Levada" etwas n├Ąher kennenlernen durfte, f├╝hlten sich die ersten Seiten fast ein wenig wie ein Nach-Hause-Kommen an. Anfangs vermisste ich noch ein wenig die etwas ├╝berdrehte Pauline, aber schon bald nahmen mich die Erlebnisse auf Madeira ganz und gar gefangen.

Es setzte sogar eine gewisse Sogwirkung ein, es fiel mir vor allem morgens wirklich schwer, den Reader zur Seite zu legen und mich den Aufgaben des Tages zu widmen. Die kurzen Kapitel trugen das Ihre dazu bei, dass ich mir immer wieder dachte, ein Kapitel geht noch. Auf der einen Seite die Ermittlungen, die vielen Verd├Ąchtigen, auf der anderen Seite die Beschreibungen des Lebens auf der Insel - das lie├č sehr schnell (wieder einmal) eine Sehnsucht entstehen, auf Madeira Urlaub zu machen.

Im Vergleich zu "Mord auf der Levada" bekommen wir hier deutlich mehr Einblick in das Leben von Avila, seinen Kollegen und seiner Frau bzw. seinen Freunden. Besonders Leticia ist mir dieses Mal sehr ans Herz gewachsen, aber auch der Stra├čenkehrer Carlos konnte mit seiner Art Sympathiepunkte bei mir sammeln.

Ich empfehle übrigens, diesen Roman nicht mit leerem Magen zu lesen. Da der Comissário gutes Essen und Trinken liebt, kommt es immer wieder vor, dass einheimische Gerichte genannt werden, die einem wirklich das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Auch wenn für meinen Geschmack Bica (portugiesische Espressovariation) und Galao (portugiesischer Milchkaffee) vor allem gegen Ende recht auftauchten (Avila ist wirklich ein Kaffeejunkie, scheint mir), tat es der Lesefreude keinen Abbruch.

Als einzigen kleinen Wermutstropfen empfand ich dieses Mal die Art, wie sich die Handlung entwickelt. Die Schwenks in die Vergangenheit, die ich auch bereits in den beiden fr├╝heren B├╝chern mochte, verrieten dieses Mal fast schon zu fr├╝h, wo das Motiv des T├Ąters liegen k├Ânnte und wo er zu suchen w├Ąre.

Das Ende kommt trotzdem mit einer kleinen ├ťberraschung, die mir so sehr gut gefallen hat. Mehr ins Detail m├Âchte ich jetzt gar nicht gehen, weil ich f├╝rchte, dass dies sonst einen Spoiler darstellen k├Ânnte. Lasst euch einfach ├╝berraschen und lest selbst. Auf jeden Fall bin ich jetzt neugierig, wie es Avila und seinen Freunden weiter ergehen wird. Daher hoffe ich, dass diese ersten "Avila Mysteries" bald eine Fortsetzung erfahren werden.

Mein Fazit:


"Madeiragrab" ist ein gelungener Auftakt zu einer Krimi-Serie aus der Serie von Joyce Summer. Wer Regiokrimis liebt, die auf der Inselgruppe spielen, kann hier mit gutem Gewissen zugreifen und wird nicht entt├Ąuscht werden!

  • ★★★★
  • E-Book
  • 334 Seiten
  • via tolino media
  • 978-3739392721

6 Kommentare

  1. Liebe Ascari,
    um dieses Buch bin ich schon ein paar Mal herumgeschlichen. B├╝cher, die in Portugal spielen, sind f├╝r mich ja immer etwas heikel, weil ich nie wei├č, ob mich dann Fehlerchen in der Recherche ├Ąrgern. Aber hier klingt ja die Wertung ja insgesamt sehr gut, ich glaube, da wird es auf die WuLi wandern. Mal sehen. Danke f├╝r die Rezension!
    Liebe Gr├╝├če
    J├╝rgen

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    1. Lieber J├╝rgen,

      ich denke, Joyce wei├č, wor├╝ber sie schreibt, weil sie schon einige Mal auf Madeira war :). Ich kann das selbst zwar nicht bewerten (War ja leider noch nie dort), aber f├╝r mich liest es sich stimmig. Daher kann ich dir nur raten: Ausprobieren! Und ich sch├Ątze, Joyce freut sich auch immer ├╝ber entsprechendes Feedback, sollte dir etwas auffallen :).

      Liebe Gr├╝├če
      Ascari

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  2. Liebe Ascari,

    du hast mir das Buch sehr schmackhaft gemacht, im wahren Sinne der gastronomischen Erw├Ąhnungen ;-). Regio-Krimis lese ich nur selten gern, aber dieser hier scheint etwas besonders zu sein, wenn du dich schon zwingen musst das Lesen zu unterbrechen ;-).

    Liebe Gr├╝├če

    Nisnis

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    1. Liebe Nisnis,

      ich lese Regiokrimis mittlerweile auch nicht mehr sooo oft wie fr├╝her, hab mich wohl im Gro├čen und Ganzen relativ satt daran gelesen. Aber Joyce hat so eine Art, dass ich wirklich gerne eine Ausnahme mache, da f├╝hlt sich das Lesen immer so an, als ob man mit den Protagonisten wirklich dort w├Ąre und das Leben dort mitlebt ...

      Liebe Gr├╝├če
      Ascari

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  3. Liebe Ascari,

    wenn ich das Buch nicht schon gelesen h├Ątte, w├╝rde ich es mir nach deiner Rezi jetzt ganz bestimmt kaufen! Ich kann deine Meinung zum Buch absolut best├Ątigen. Und da ich keinen Vergleich zu den "Pauline"-Krimis habe, hat das Buch bei mir sogar noch etwas besser abgeschnitte. Ich jedenfalls warte gespannt auf den n├Ąchsten Teil. :-)

    GlG vom monerl

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    1. Liebe Monerl,

      freut mich, dass wir hier einer Meinung sind :). Und ich bin schon gespannt, wie dir die ersten beiden B├╝cher gefallen werden ;).

      Liebe Gr├╝├če
      Ascari

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